Über uns

Die Ev. Kirchengemeinde Bommern: Ursprünglich eng mit der Kirche in Wengern verbunden, bekannten sich die Bommeraner Christen ab 1543 zu den Lehren Luthers. Ende des 19. Jahrhunderts wünschten sie sich eine eigene Kirche.

 

Die Bitte wurde von der Landeskirche jedoch - so wird es überliefert - "schroff" abgelehnt, woraufhin etwa 200 Bommeraner aus der Kirche austraten. Zur gleichen Zeit entstanden an allen Orten Vereine zur körperlichen Ertüchtigung. Auch hier wollten die Bommeraner nicht zurückstehen. Kurzerhand wurde am 31. August 1879 aus einem Gesangverein ein Verein zur körperlichen Ertüchtigung, eben ein Turnverein. Zur Errichtung einer Übungsstätte wurde mit dem Wirt Carl August Brinkhoff, der an der Wegegabelung nach Wengern / Bommerholz eine Gastwirtschaft betrieb, ein Saal gebaut. In diesem Saal wurden nun die Übungsstunden abgehalten. Im Jahre 1890 musste die Turnerei im Saale unterbrochen werden, denn die neu gegründete Evangelische Kirchengemeinde benötigte dringend einen Raum für die Abhaltung von Gottesdiensten. Ab jetzt fanden die Gottesdienste im Saale Brinkhoff statt. 1890 gab die Landeskirche dann dem Drängen der Bommeraner nach. Am 21. August 1892 wurde der Grundstein für die Evangelische Kirche in Bommern gelegt. Die Einweihung war am Buß- und Bettag, 15. November 1893. Nach der Errichtung der Kirche wurde der Brinkhoffsche Saal als Predigtstätte aufgegeben.

Fast auf den Tag genau 125 Jahre später versammelten sich am 18. November 2018 erneut auf Einladung von Pfarrer Michael Göhler und Pfarrer Jürgen Krüger Presbyterium, Gemeinde, Bürgermeisterin Leidemann, die Bommeraner Ratsherren und weitere Gäste zu einem Festakt, um an dieses Ereignis zu erinnern. Grußworte überbrachten neben Bürgermeisterin die Pfarrer der beiden anderen Bommeraner Kirchengemeinden.

In einem Vortrag berichtete  der Wittener Stadthistoriker Prof. Schoppmeyer über die wechselvolle Geschichte Bommerns und der ev. Gemeinde vor dem Bau der Kirche. Innerhalb weniger Jahrzehnte war Bommern von einer kleinen Bauernschaft zu einer Bergbau- und Industriegemeinde geworden. Die zahlreichen Zechen sowie die Bahnanbindung hatten die Einwohnerzahl sich vervielfachen lassen. Verwaltungstechnisch gehörte Bommern zum Amt Volmarstein, die evangelische Gemeinde zur Kirche in Wengern. Entsprechend mühsam und weit war der sonntägliche Kirchgang und war zugleich der Frust groß, finanzierte Bommern mit seiner Wirtschaftskraft doch maßgeblich die Kirchengemeinde in Wengern, die seinerzeit noch bis nach Silschede reichte. Dem immer größer werdenden Wunsch nach weltlicher und kirchlicher Unabhängigkeit Bommerns wollten jedoch weder die staatlichen Stellen noch die Kirchenoberen, beide teilweise kongruent, nachgeben. Ein bis nach Berlin getragener jahrelanger Disput entwickelte sich, bis dem Wunsch nach einer eigenen Bommeraner Kirchengemeinde, mit eigenem Pfarrer und Kirche, stattgegeben wurde. Die politischen und kirchenpolitischen Auseinandersetzungen gipfelten in einem konzertierten Kirchenaustritt von rund 200 Bommeraner Gemeindemitgliedern. Erst nach intensiven Verhandlungen hinter den Kulissen auf Vermittlung des Wittener Industriellen und Abgeordneten im Preußischen Landtag, Louis Constanz Berger, wurde dem Bommeraner Ansinnen stattgegeben. Die preußische Landeskirche genehmigte 1890 die Abspaltung von Wengern und bewilligte den Neubau, so dass die ausgetretenen Gemeindemitglieder wieder zurückkehrten. Am 21. August 1892 wurde schließlich der Grundstein für die ev. Kirche in Bommern gelegt. Es entstand ein imposantes Gebäude aus Ruhrsandstein, weithin sichtbar, und heute ein Wahrzeichen von Bommern. Die im gotischen Stile von der Wittener Firma Lünenbürger & Franzen nach den Plänen des Kirchenbaumeisters Gerhard August Fischer aus Barmen erbaute Kirche hat dabei namhafte Schenkungen erfahren. Unter anderem schenkte Bauer Karl Lohmann, damaliger Kirchmeister und mit Bauer Golte treibende Kraft der Abspaltung, den Bauplatz für Kirche und Pfarrhaus und Familie Oberste Frielinghaus stiftete das Altarbild des Berliner Malers Adolf Gustav Döring. Zur Einweihung der Kirche 1893 läuteten erstmalig drei Bronzeglocken aus der Wittener Glockengießerei Munte. 24 Jahre riefen diese Glocken die Gemeinde, dann mussten sie 1917 zur Kriegsproduktion abgegeben werden. Erst 1924 wurden beim Bochumer Verein drei neue Gussstahlglocken bestellt, welche dann am 20. Dezember 1924 geliefert wurden und am 1. Weihnachtstag 1924 die Gemeinde erstmalig wieder zum Gottesdienst riefen.

 

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